Lateinamerika- und Karibik-Konzept der Bundesregierung

Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle, hat am 4. August 2010, das neue Lateinamerika- und Karibik-Konzept der Bundesregierung präsentiert.

Mit dem 64-seitigen Papier will die Bundesregierung Lateinamerika und die Karibik stärker in den Fokus der deutschen Außenpolitik rücken. „Lateinamerika ist eine Region, die nicht unbedingt immer im Mittelpunkt der politischen Aufmerksamkeit gewesen ist“, so Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle. Das Potential des Kontinents sei in den öffentlichen Diskussionen zuletzt regelmäßig unterschätzt worden. Dies will die Bundesregierung jetzt ändern.

Blick über Tausende Hochhäuser der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo Bild vergrößern Blick über Tausende Hochhäuser der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo (© dpa - Report) Lateinamerika gebe sich als dynamische Region mit 500 Millionen Einwohnern nicht mehr damit zufrieden, von Deutschland und Europa allein als Handelspartner und Investitionsstandort betrachtet zu werden. Dies zeige sich auch bei der Diskussion um eine Reform des VN-Sicherheitsrats, wo die deutschen und brasilianischen Vorstellungen sehr ähnlich seien. „Wenn ein so bedeutender Kontinent nicht in der ersten Reihe bei der Arbeit der Vereinten Nationen dabei ist", so der Bundesaußenminister, „dann ist das ein Zustand, der die Welt widerspiegelt wie sie war, aber nicht wie sie ist oder sein wird“.

Zum Beispiel bei Klimaschutz und erneuerbaren Energien können Deutschland und Lateinamerika gemeinsam Verantwortung übernehmen und eng miteinander kooperieren. Auch die Bekämpfung von Drogenhandel und organisierter Kriminalität gehörten zu den gemeinsamen Aufgaben.

VW Werk in Buenos Aires/Argentinien Bild vergrößern VW Werk in Buenos Aires/Argentinien (© T. Imo Photothek) Ein starkes Fundament der Beziehungen sind die gemeinsamen Wertevorstellungen und historischen Wurzeln, die die Kontinente verbinden. Besonders wichtig sei es, so der Bundesaußenminister, die Jugend beider Kontinente zusammen zu bringen. Wenn sich die Jugend früh kennenlerne und vernetze, dann sei die Brücke zwischen den Kontinenten umso verlässlicher.Das Lateinamerika-Konzept, das am 4. August 2010 im Kabinett verabschiedet wurde, beschreibt Bereiche, die besonderes Potential für verstärkte Kooperation bieten. Mit dem Konzept will die Bundesregierung das Potential einer breit angelegten Partnerschaft mit der Region nutzen. Sie will bei wichtigen globalen Themen, in den Wirtschaftsbeziehungen und bei Wissenschaft, Forschung und Kultur zum beiderseitigen Vorteil mit Lateinamerika und der Karibik zusammenarbeiten.

Lateinamerika sei – trotz aller Rückschläge und Schwierigkeiten – ein Kontinent im Aufbruch, eine Erfolgsgeschichte, so Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle. „Wir sollten klug genug sein, bei dieser Erfolgsgeschichte dabei zu sein“.

Lateinamerika- und Karibik-Konzept

Vorstellung des Lateinamerika-Konzepts